Rezension der Soundkarte ASUS Xonar U7

Eckdaten

Die Karte ist eine externe USB 2.0 Soundkarte mit analogem und digitalem (SPDIF) Ausgang, 24 bit und 192 kHz A/D Wandler. Der Kopfhörerausgang ist nur bis 200 Ω Impedanz empfohlen, nicht gerade eine Qualitätsauszeichnung. Der kombinierte Mikrofon/Line Eingang ist oft kritisiert und ist oft Ursache für Probleme. Daumen runter Ein Lautstärkersteller für den Ausgangspegel ist sehr bedienfreundliches Merkmal, dadurch muss man sich nicht mit der Maus oder "Auf" und "Ab" Tasten plagen sondern kann die Lautstärke sehr intuitiv und schnell einstellen. Daumen rauf

Mikrofon/Line Eingang

Windows

Unter Windows 10 zeigt der Mikrofoneingang eine Impedanz von 4 kΩ und bei ca 0,9 Vs Vollaussteuerung. Der Line Eingang hat bei 2,82 Vs Vollaussteuerung und eine Impedanz von 3 kΩ.

Linux

Unter Linux mit ALSA zeigt sich ein etwas anderes Verhalten. Der Line Eingang verhält sich gleich wie unter Windows, aber der Mikrofoneingang hat die gleiche Aussteuergrenze also auch Empfindlichkeit wie der Line-Eingang.

Soundkarte

Allerdings mit erheblichen Verzerrungen.

Soundkarte

Erst unterhalb einem Pegel von ca. 0,9 Vs sind die Verzerrungen deutlich geringer.

Soundkarte

Bei Wahl des Line Eingangs können sowohl das Mikrofon als auch Line als Ausnahmequelle gewählt werden:

Soundkarte

Andere Kombinationen funktionieren nicht.

Soundkarte Soundkarte Soundkarte Soundkarte

Bandbreite und Rauschen

Die Abtastbandbreite entspricht unter Linux und ALSA den Erwartungen für 192 kHz Abtastrate. Das Eigenrauschen sieht nach Anwendung von Rauschformung (noise shaping) aus, das ist durchaus gut gemacht. Hier mit kurzgeschlossenem Line-Eingang. Daumen rauf

Soundkarte

Schlussfolgerung

Es sieht ganz so aus, als ob der kombinierte Mic/Line Eingang keinen Mikrofonverstärker in Hardware hat und unter Windows der Treiber den Pegel bei der Einstellung Mic einach per Software anhebt. Also hat diese Karte nicht wirklich einen Mikrofoneingang sondern nur einen Line Eingang + Software-Schummel. Falls ser Mikrofoneingang also von Bedeutung ist, kann man entweder einen externen Mikrofon-Vorverstärker einschleifen oder aber besser eine andere Soundkarte wählen. Es drängt sich die Frage auf ob das nicht ein Fall von irreführender Werbung ist. Daumen runter

Wer den Mikrofon-Eingang und den Kopfhörerausgang nicht benötigt hat dann trotzdem eine gute Soundkarte mit hoher Auslösung und niedrigem Rauschen. Ich verwende den Line-Eingang und mache Aufnahmen mit einem Messmikrofon. Dank der grossen Dynamik funktioniert das, und hat den für den Zweck von Messungen erforderlichen Vorteil, dass die Aussteuergrenze des Mikrofons direkt genutzt werden kann. Die Referenzempfindlichkeit des Mikrofons ist 6 mV/Pa, somit wird bei ca. 140 dB Schalldruck die Aussteuergrenze der Soundkarte erreicht. Daumen rauf